Magic Trips, Tantra Tarot, Magie - Leahs magische Praxis

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1. Tantra und Tarot „ Wie innen so außen"
aus "Tantra-Tarot"

Seit ungefähr sechs Jahrtausenden ist das Tantra den Menschen im Osten bekannt und doch ist es mit vielen Mißverständnissen behaftet. Je nach Kultur und Zeitepoche sammelten sich die verschiedensten Lehren und Techniken unter diesem Begriff. In der westlichen Welt war Tantra bis vor wenigen Jahrzehnten fast gänzlich unbekannt und wenn man etwas davon hörte, so rankten sich mysteriöse, abgründige Geschichten darum. Fast immer fällt einem bei dem Begriff Tantra zuerst ekstatische, rituelle Sexualität ein und nur wenigen ist bekannt, daß Tantra weit mehr Inhalt zu bieten hat, als nur die verschiedensten Stellungen bei sexuellen Freuden.

Das Wort Tantra ist ein Sanskritbegriff und bedeutet „innerstes Wesen, Kern, Essenz" zum einen, „das Gewebte", zum anderen, wenn man die Wortwurzeln „Tan" und „Tra" betrachtet. „Tantori" ist die Übersetzung von Weben, „Tan" bedeutet Faden, Gewebe, aber auch ausbreiten und „Tra" heißt einfach Werkzeug. Somit ergibt sich eine wörtliche Übersetzung „Fadenwerkzeug". Der Vergleich zwischen gewebten Tuch und dem Gewebe menschlicher Nerven und Meridianbahnen hat Tradition. Wir finden in der nordischen Mythologie die drei Nornen, die das Schicksal der Menschen aus einem niemals endenden Faden weben oder spinnen und wir finden in vielen Mythologien den Begriff des Schleiers, der für das verborgene, zu entschlüsselnde Schicksal steht. Der Schleier der Maya ist seit alters her die Hürde, die der Mensch nehmen muß, will er erfahren, was der Sinn des Lebens ist.

Tantra steht als Begriff aber für mehr als nur eine wörtliche Übersetzung. Es wird gleichzeitig als Synonym für die Lehre, eine wissenschaftliche Abhandlung, als Ablauf einer Zeremonie oder als Beschreibung eines immer fortdauernden Prozesses gesehen. Man benutzt es, um Dinge, wie Gefüge, Entropie (Ausdehnung) oder Kontinuität zu beschreiben.

Seit dem 5./6. Jahrhundert findet der Begriff „Tantras" als Beschreibung von Texten Verwendung. Dazu zählen nicht nur Texte, die mit unserer klassischen Vorstellung von Tantra zu tun haben, sondern alle Texte, die sich dem Mystischen widmen. Man findet religiöse Abhandlungen, alchemistische Rezepte, Zauberformeln und Ritualanweisungen. All diese Bereiche haben zum Ziel, das menschliche Bewußtsein zu erweitern, es auszudehnen und den Praktizierenden an außergewöhnliche Fähigkeiten heran zuführen. Dazu zählen neben der Sensibilisierung aller Sinne, die Verschmelzung mit dem Göttlichen, die Erkenntnis höherer Ordnungen und die Fähigkeit zu einem langen energiereichen Leben.

Ursprünglich wurden tantrische Lehren, wie auch in anderen Traditionen, z. B. dem jüdischen Geheimwissen, nur mündlich von einem Eingeweihten an seine Schüler weitergegeben. Erst sehr spät begann man, dieses Wissen schriftlich fest zu halten, es dadurch zu bewahren und es mehr suchenden Menschen zugänglich zu machen.

Die frühen Tantras wurden in Dialogform geschrieben. Shiva sitzt mit einer bezaubernden Gemahlin Parvati zusammen und sie stellt Fragen, die er geduldig beantwortet. Auf diese Weise erfährt der Leser alles über den tantrischen Ursprung des Universums, das Prinzip der Lust, die esoterischen Lehren, die darstellen, wie unsere erlebte Welt von den Göttern erschaffen wurde und die geheimen Rituale, die praktiziert werden müssen, um die höchste Glückseligkeit zu erlangen. Shiva offenbart die Geheimnisse der Göttin Kali, ihrer Emanationen (Erscheinungsformen) und warum die Menschen sie für grausam halten. Er weiß auf alle Fragen eine Antwort und Parvati gelingt es, immer neue Fragen zu stellen. Ein ewiger Kreislauf, der sich hier der Sprache bedient um darzustellen, das es der männlichen und der weiblichen Energie bedarf, Offenbarung zu erlangen. Zwischen all den Fragen und Antworten geben sich Shiva und seine Shakti (die weibliche Energie an sich) immer wieder dem kunstvollen Liebesspiel hin, die zweite Art, aus der Symbiose von männlich und weiblich Wissen und Erleuchtung zu bekommen.

Anders als in unserer christlich orientierten Schöpfungsgeschichte, geht der Hinduismus von einer rein weiblichen Schöpfergottheit aus. Die ewig weibliche Kraft, die Muttergöttin allen Seins, hatte nur eine wahrhafte Aufgabe, nämlich zu schöpfen. Sie erschuf das Universum, die Erde, Flüsse, Meere, Berge, alle Pflanzen und Tiere. Als das geschehen war, stand sie da und begann sich zu langweilen. Sie überlegte, was zur Vollkommenheit noch fehle und sie erkannte es. Sie erschuf nach ihrem Bilde den weiblichen Menschen. Allein das reichte nicht. Sie teilte sich und schenkte somit MAHALAKA, dem männlichen Menschen das Leben. Mit ihm begann sie sich nun zu vereinigen um neue Menschen hervor zubringen. Sie spürte, welch unglaubliche Freude und Lust ihr die Vereinigung brachte und erfand immer neue Variationen des Liebesspiels. Den Menschen gab sie die Sehnsucht, immer nach der Ganzheit zu streben, deren Geheimnis in der Verbindung mit dem anderen Geschlecht lag. Erst, wenn aus der Zweiheit eine Einheit entstanden war, wenn zwei unterschiedliche Bewußtheiten sich so verbanden, das ein einziges Bewußtsein entstand war der Mensch in der Lage die Erleuchtung zu finden. Es ging nicht um schnellen Sex, wie wir ihn heute fast überall finden, sondern um ein Ritual der Erkenntnis, das nach strengen Regeln zu handhaben war. Doch auch in dieser hohen Kunst verwässerte sich das göttliche Wissen. Zu Beginn der Zeit waren alle Menschen tantrische Meister, doch von Generation zu Generation überwog die profane Freude am Körperlichen und das Ziel der Vervollkommnung geriet ins Abseits. Da aber alles Bewegung ist, verschollene Weisheiten sich neu offenbaren, so ist das Wissen um diese Rituale glücklicherweise erhalten geblieben und schenkt uns die Möglichkeit auch heute, die Verbindung von Mann und Frau zu mehr zu nutzen, als uns profan zu befriedigen oder Kinder zu zeugen.

Tantra hat sich nie als Religion verstanden und tut es auch heute nicht, obwohl es manchmal religiöse Züge annimmt. Man spricht zwar von Göttern und sie werden auch durch Opfergaben verehrt, aber es ist kein religiöser Kult, sondern die Verehrung der geschlechtlichen Prinzipien. Tantra kann von jedem praktiziert werden, unabhängig von seinem Glauben. Einzige Bedingung ist der Wunsch nach Erleuchtung und die Disziplin der Rituale. Das Ziel ist es, über die zeitlichen und körperlichen Begrenzungen des Einzelnen hinaus, zu einer transpersonalen Vereinigung zu gelangen. Man sagt, „der wahre Tantriker hat kein Verlangen , die Welt zum Tantra zu bekehren, aber ebensowenig denkt er daran, den tantrischen Weg zu verlassen, wenn er gelernt hat, ihn zu gehen."

Kein Mensch ist verpflichtet, die Idee des vom Bewußtsein durchdrungenen materiellen Universums anzunehmen. Im Tantra gilt das Bewußtsein nicht als metaphysisches oder übernatürliches Phänomen, sondern als ganz reale fundamentale Eigenschaft des materiellen Universums. Als Tantriker wird man zum Teil des Lebens und all seiner Formen, man wird sich bewußt, daß Materie ebenso lebendig und aktiv ist. Man steht in ständigem Austausch mit ihr.

Man ist aufgerufen, sich immer wieder zu beobachten, in welcher Beziehung man zu seiner Umwelt steht und wie man auf sie reagiert. Es wird eine Sensibilität erwirkt, hinter jeder Situation die Ursache zu erkennen und das eigene Handeln zu durchleuchten und zu verstehen.

Die Tempel der Götter, die Indien so reizvoll machen, die religiösen Riten, die Mönche, die Asketen, all die heiligen Altäre im Land sind Zeichen der hinduistischen und buddhistischen Religion, nicht des Tantra.

Tantra ist ein pan-indisches Phänomen. Sowohl im Hinduismus, im Buddhismus als auch im Jainismus findet man tantrische Züge. Zeitgleich entwickelten alle drei religiösen Wege Techniken und Praktiken tantrischer Riten. Im jeweiligen kulturellen Kontext paßte er sich an und bildete Schwerpunkte aus, die auf unterschiedlichste Art interpretiert wurden. Heute findet man im Buddhismus Tantra nicht mehr in seiner ursprünglichen, lebendigen Tradition. Aber diese wurde jahrhundertelang nach Tibet übermittelt und konnte sich dort festigen. Erst der Mißbrauch, bzw. die Eskalation tantrischer Riten brachte ein Verbot des Tantra in Tibet. Im Kampf um die Auflösung negativen Karmas kam es zu Ritualen, die alle Grenzen überschritten. Dieses Grenzüberschreiten sollte das begrenzte Bewußtsein sprengen und den Zustand der Erlösung bringen. Tantrische Rituale beinhalteten Alkoholexzesse, sexuelle Ausschweifungen und man schreckte auch vor Mord und Diebstahl nicht zurück. Wenn heutige Tantriker diese Techniken als „nur symbolisch gemeint" abschwächen, so sollte man sich doch bewußt sein, daß oben gesagtes sehr wenig mit dem Ziel der Vervollkommnung, wie Tantra verstanden werden will, zu tun hat.
2. Pulver, Pendel und Tarot
aus "Magic Trips"

Tempelweihe und Weihe magischer Gegenstände
Das höchste Ziel des Magiers ist es irgendwann, die Magie der leeren Hand zu beherrschen. Damit ist gemeint, daß der Magier, ohne irgendwelche Hilfsmittel an jedem Ort der Welt, auch auf einer Verkehrsinsel während der Rush-hour, Magie wirken kann. Um das zu schaffen hat sich der Magier im Laufe seines magischen Lebens einen mentalen (geistigen), man kann auch sagen, virtuellen Tempel in seinem Kopf aufgebaut, in dem er nun mental in allen Formen wirken kann. Solch ein Tempel ist nicht in wenigen Wochen erbaut. Es braucht eine gute Vorlage, den physischen Tempel, mit dem Sie beginnen sollten, eine gute Visualisationskraft und die Fähigkeit, die Gegenstände für die magische Arbeit auch mental benutzen und bewegen zu können.
Wenn diese Fertigkeiten beherrscht werden, dann kann es passieren, daß ein Magier still in der Ecke sitzt, zu meditieren scheint und dabei wirklich Welten bewegt.
Für den Anfang sollte jeder angehende Magier erst einmal einen physischen Tempel bauen. Keine Angst, es geht hier nicht um die Kunst des Bauhandwerks in all seinen Facetten, sondern um die Gestaltung eines Raumes, sei er auch noch so klein oder vielleicht auch nur um einen Altar in der Ecke des Schlafzimmers.
Am glücklichsten können sich diejenigen schätzen, die einen ganzen Raum für ihre magische Arbeit reservieren können.
Dieser Raum sollte von allen unnötigen Möbeln befreit sein. Ein nicht brennbarer Teppichboden ist eine lohnende Investition. Wem einmal ein Räuchergefäß oder eine Kerze umgefallen ist, der weiß wieso dieser Rat sinnvoll ist. Eine gute Lüftungsmöglichkeit ist ebenso notwendig, wie die Voraussetzung, die Fenster abdunkeln zu können.
Die Wände des Raumes können mit Stoffen bespannt werden oder in einer, dem Magier genehmen Farbe gestrichen sein.
Im Raum sollten sich nur ein Regal für das Equipment und die magischen Bücher, Kissen für die Meditation und der Altar, an dem der Magier arbeitet, befinden. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Ein Altar kann nach alten Vorlagen angefertigt oder auf einem vorhandenen Möbel aufgebaut werden.
Was auf dem Altar liegt, hängt von der Tradition ab, in der der Magier arbeitet. Ein nordischer Altar mit Runenverzierung unterscheidet sich gravierend von einem Ägyptischen mit Statuen von Horus und Isis.
Was aber in jeder Tradition sinnvoll ist, ist ein Räuchergefäß zum Abbrennen von Weihrauch oder anderen Kräutern, mehrere Kerzenhalter, ein magisches Tagebuch und die magischen Waffen. Dazu zählt der Dolch, der zum Ziehen des Kreises verwendet wir. Der Dolch ist gleichsam Symbol des Verstandes. In manchen magischen Gruppen wird auch heute noch das Schwert verwendet. Es hat symbolisch eine ähnliche Bedeutung, ist aber schwierig mitzuführen und zu handhaben. Der Dolch ist heute gängig und vielseitiger einsetzbar. Bauen Sie eine intensive Beziehung zum Dolch auf, er kann Sie eines Tages retten, wenn Ihr magisches Handeln sie den Boden unter den Füßen verlieren läßt. In so einem Fall kann die Meditation über den Dolch, seine Aspekte klärender Logik oder notfalls der Schmerz, den er Ihnen zuführen kann, Sie sanft zurückholen.
Der Stab ist das Werkzeug, mit dem der Magier seinen Willen repräsentiert. Wann immer ein Willenssatz, ein magischer Eid oder ein Zauber ausgesprochen wird, kommt der Stab zum Einsatz. Er sollte aus Haselnußholz im Morgengrauen geschnitten und nach persönlichen Vorlieben verziert sein. Verwenden Sie bitte keine gekauften Stäbe, auch wenn sie noch so schön aussehen. Selbst die Stäbe, die mit Bergkristallspitzen besetzt sind, werden nie die Macht erhalten, wie ein selbst hergestellter. Sie können Ihren Stab ja auch mit Edelsteinen besetzen, keine Frage, aber wichtig ist, das Sie den Stab bei der Erstellung ständig in der Hand haben, ihn bearbeiten und so Ihre Energie in ihn einfließen lassen.
Das Pentakel ist das Symbol für die Grundlage, das Fundament Ihrer Arbeit. Es wird auch Wachs hergestellt und mit Symbolen verziert, die Ihren persönlichen magischen Weg kennzeichnen. Sein Durchmesser sollte ca. 20 cm haben. Natürlich ist ein Pentakel ein Gegenstand, der nicht von Anfang an fertig ist, Sie entwickeln ihn mit der Zeit Ihres magischen Studiums.
Der Kelch ist das Gefäß, das aufnimmt. Er ist sozusagen die horizontale Ausdehnung, im Gegensatz zur vertikalen, des Stabes. Stab und Kelch symbolisieren zusammen, das männliche und weibliche Prinzip. Der Kelch nimmt das „heilige Sakrament", den Wein auf, der den Göttern geopfert, oder der beim Ritual gesegnet und herumgereicht wird.
Diese „Waffen" symbolisieren die vier Elemente, die in fast allen magischen Traditionen vorkommen. Der Stab steht für das Feuer, der Dolch für die Luft, das Pentakel für die Erde und der Kelch für das Wasser. Alles Andere auf dem Altar findet sich mit der Zeit und ist abhängig von besonderen Vorlieben. Da können Federn, Muscheln, Blumen, Edelsteine oder Orakelkarten ihren Platz finden, Bilder der Menschen, die Ihnen besonders viel bedeuten oder Haare und Zähne von Raubtieren, wenn Sie z.B. in der schamanischen Tradition arbeiten wollen. Erwarten Sie nicht von Anfang an Perfektion, lassen Sie einen Altar wachsen. Sicher wird er sich in Ihrer Laufbahn immer wieder ändern, aber achten Sie immer peinlich genau darauf, daß niemand außer Ihnen, die Gegenstände berührt. Jeder Gegenstand nimmt Schwingungen auf. Sie geben sich viel Mühe, einen für Sie wichtigen Gegenstand zu reinigen, ihn zu weihen und dann greift ihn der Nachbar auf und alle Arbeit war umsonst.
Nicht ohne Grund habe ich vorgeschlagen, einen Altar gegebenenfalls im Schlafzimmer aufzustellen. Hier ist die Wahrscheinlichkeit einer unerlaubten Berührung am geringsten.
Eine kunstvoll hergestellte magische Robe, die nur für die magische Arbeit reserviert wird, ist hervorragend, aber nicht unbedingt notwendig. Ein schlichtes Gewand tut es auch, vorausgesetzt, es wird nur für die Magie benutzt. Die bevorzugte Farbe für die Robe in der Magie ist schwarz. Schwarz nimmt alles Licht in sich auf und ist daher geeignet, die Konzentration zu fördern. Wenn Sie mit mehreren Teilnehmern arbeiten, hat es darüber hinaus den Vorteil der Gleichheit und Anonymität, wenn alle die gleiche Robe tragen. Ein kleiner Kompromiß an die Individualität ist erlaubt. Sie dürfen sich ein persönliches Symbol oder eine Schutzglyphe an die Robe nähen.
Wenn Sie Zauber wirken, brauchen Sie verschieden farbene Kerzen, magische Öle, Bänder in verschiedenen Farben für Knotenzauber, Räucherwerk für die unterschiedlichen Ziele, Räucherkohle und reines Meersalz für Schutz und Bannung.
Da jeder Magier mindestens zwei Orakelmethoden beherrschen sollte, zum einen, um seine Zauber zu kontrollieren und zum anderen, um deren richtigen Zeitpunkt zu ermitteln und auch um seine Entwicklung zu beobachten, ist es ratsam, frühzeitig die geeignete Methode für sich zu finden. Das Erlernen eines Orakels ist sehr zeitintensiv und ersetzt keineswegs die magische Arbeit.
Die gängigsten Methoden sind Runensteine, Tarot oder Wahrsagekarten, Pendel oder die Kunst der Astrologie. Sie können natürlich auch mit einer Kristallkugel, den IGing-Münzen oder den Schafgarbenstengeln die Zukunft erforschen.
All dieses Orakelzubehör und auch einige der oben genannten Gegenstände finden Sie im gut sortierten Esoterikhandel. Dolche und Kelche sind besonders auf Flohmärkten gut aufzustöbern.
Achten Sie aber darauf, nicht immer wieder neue Orakelsysteme zu probieren. Entscheiden Sie sich und bleiben Sie bei dieser Entscheidung. Nicht immer funktioniert alles gleich auf Anhieb, aber Geduld ist sowieso eine Eigenschaft, die Sie in der Magie mitbringen müssen. Machen Sie auch nicht jede neue Esoterikmode mit. Jedes Jahr werden neue Systeme, neue Orakel auf den Markt geworfen, die nicht besser sind, als die altbewährten und nur die Kassen der Hersteller füllen.
3. Tarot und Tantra, Schmelzpunkt der Elemente

Die Symbole der Kleinen Arcana sind den Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde zugeordnet. Da erst aus der Vereinigung zweier Kräfte etwas Neues entsteht, ordnete man die Tarot-Reihen paarweise an und erhielt dadurch Zugang zum geheimen Wissen. Das weibliche Wasser verband sich mit dem männlichen Feuer und die weibliche Erde verband sich mit den männlichen Schwertern. ( Siehe den tantrischen Aspekt des „Schwertes im Stein" in der Arthus Sage. Ein klassisches Lingam/Yoni Symbol!)

Allein die visuelle Erscheinungsform dieser Symbole zeigt die enge Verbindung, die der Tarot zum Tantra hat. Stäbe und Schwerter sind ganz eindeutig phallischer, männlicher Natur, der Kelch erklärt sich selbst und die Scheiben/Erde stehen für die Fruchtbarkeit. In die Erde wird gepflanzt, man steckt etwas in sie hinein, damit es reife, wachse und sich vermehre.
Die tantrische Philosophie kennt vier Lebensstufen, die man im Tarot wieder findet:
Sambhoga, die Stufe des freudvollen Lebens
Sambhoga bezieht sich auf das Element des Wassers, die reine Weiblichkeit und ihr Symbol ist der Kelch, der Gral oder das Herz. Die Zeit des „freudvollen Lebens" ist die Jugend, die Zeit, wo der Mensch stark geprägt wird von mütterlicher Fürsorge und der ersten Bewußtwerdung von Gefühlen und Sinnesfreuden. Das Verhältnis zur eigenen Familie, zur Verwandschaft und die daraus resultierenden Emotionen finden sich hier wieder.

Nirmana, der Zustand des Aufbauens

Nirmana bezieht sich auf das Element des Feuers und sein Symbol ist der Stab, das Zepter oder die Keule. Die Zeit des „Aufbauens" ist das frühe Erwachsenenalter, wo man sich bewähren und behaupten muß. Tatkraft ist gefragt und nur, wer geschickt ist, beim Aufbau von Macht, Status, Geschäft und Handel, erlangt Respekt. Die notwendige moralische Aufrichtigkeit erlangt hier im doppelten Sinne Bedeutung. Aufrichtigkeit bei allen Taten und Aufrichten des Lingams sind Zeichen von Kraft.

Artha, Stufe des Reichtums und des Besitzes

Artha bezieht sich auf das Element der Erde und sein Symbol ist der Diamant, die Muschel oder die Münze. Münzen wurden in Rom im Tempel der Göttin geprägt und die Kaurimuschel, einst Zahlungsmittel, besticht durch ihr weiblich genitales Aussehen. Arthas Zeit ist die Zeit des mittleren Alters, wo die Ernte eingefahren wird und sich zeigt, was geleistet wurde. Erfolg ist kein Erfolg, wenn er einmalig ist. Die Kunst Reichtum zu schaffen muß bewahrt und verfeinert und am Ende an die Nachkommen weitergegeben werden.

Moksha, die Befreiung oder die Kunst des Sterbens

Moksha bezieht sich auf das Element der Luft und sein Symbol ist das Schwert. Das Schwert trennt die Seele vom Körper und befreit sie, indem sie fortan Kali unterstellt wird. Mokshas Zeit ist das Alter, wo man sich mit dem Tod befassen soll, um ihn begrüßen und nicht fürchten zu müssen.

Die Deutung im Tarot ist an dieser Stelle etwas brutaler. Die Schwerter sind häufig Signale für Unglück, Bedrohung und schweres Schicksal.
4. Magie ja, aber in welcher Farbe hätten Sie sie gern?
aus "Licht und Schatten der Magie"

Eigentlich kann man Magie nicht mit Farben beschreiben. Genauso wenig wie Tanz oder Musik. Es gibt bei den Künsten die Unterscheidung zwischen gut und schlecht, professionell und laienhaft. Aber die, in der Magie so bekannte Differenzierung zwischen Schwarz und Weiß ist wirklich einmalig.
Jeder hat schon mal davon gehört, aber kaum einer weiß, was damit eigentlich gemeint ist. Landläufig gilt die Weiße Magie als die gute, reine, die heilende Kraft oder die förderliche Magie; die Schwarze Magie ist der Bereich des Bösen, die zerstörende Kraft, der Sumpf der Dämonen und ihrer Beschwörungen. Das paßt zwar gut in das Schema, alles irgendwo einordnen zu müssen, erklärt aber die Magie falsch. Die Magie läßt sich am besten mit einer Seifenblase beschreiben. Eigentlich ist sie durchsichtig, aber je nach Lichteinfall, kann sie alle vorhandenen Farben des Farbspektrums annehmen. Sie ist bunt.
Man muß unterscheiden zwischen Magie und Magier. Magie ist erst einmal Kraft! Kraft, die sich lenken läßt, vergleichbar mit Strom. Auch wenn heute selbst der Strom in Farben eingeteilt wird, so sagt das nichts darüber aus, wofür er benutzt wird. Oder schreibt die Werbung „Gelber Strom für „positive„ HiFi-Geräte, blauer Strom für „negative„ Haushaltsgeräte, wie Eierkocher oder Heißwasserboiler? Letztere zerstören zumindest vorstellbar Leben.
Sie sehen, hier beginnt die Sache dumm zu werden.
Strom wird vom Anwender in eine bestimmte Richtung gelenkt. Entweder um ein Haus zu beleuchten oder um einen elektrischen Stuhl bei einer Exekution zu speisen. Genauso ist es mit der Magie. Die magische Kraft wird vom Anwender, dem Magier gelenkt, entweder um z.B. ein Haustier zu heilen oder um dem Nachbarn die Pest an den Hals zu hexen. Die magische Kraft ist die gleiche, ihr ist es egal in welche Richtung sie geschickt wird. Lediglich der Magier muß sich nach seinen moralischen Grundsätzen fragen lassen.
Um Magie zu beherrschen, ist es nötig, die magische Kraft kanalisieren und steuern zu können. In welche Richtung man sie dann aussendet ist egal. Ein guter Magier kennt alle Nuancen und Richtungen, die Magie einschlagen kann. Nur so ist er in der Lage, Magie auch wieder aufzuheben. Wer nicht versteht, wie ein Fluch gestrickt ist, kann ihn nicht entknoten.
© by Leah Levine
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